Serbien-Montenegro-Albanien

Autor: Nico

Serbien-Montenegro

Bei der Einreise nach Serbien hatten wir wieder keine Probleme, fällig wurden nur 10 Euro Ökosteuer. Wir stellten uns vor in wenigen Stunden Serbien - Montenegro zu durchqueren. Die Strasse entlang der verwinkelten Küste war sehr beeindruckend. Berge wachsen direkt vom Meer in den Himmel. Leider weist unser Kartenmaterial genau in Serbien eine Lücke auf was denkbar ungeschickt ist, den Serbien verfügt höchst selten über Strassenschilder. Eine Tafel mit Hinweis zur Grenze haben wir nie gesehen. So durchquerten wir Podgorica nach unserem Gefühl. Hinter der Stadt fuhren wir auf einen Hügel auf dessen der nächste Hügel folgte und kaum oben angekommen befand sich noch einer vor uns. Nach ca. einstündiger Fahrt erreichten wir auf stolzen 1200 M.ü.M. ein kleines Bergdorf oder besser gesagt eine kleine Ansammlung von Häusern.

Nun war es an der Zeit nach dem Weg zu fragen. Der freundlich Mann den wir angesprochen haben eilte sofort los in ein Haus und holte seinen Vater, Onkel oder sonstiges Familienmitglied welches uns sehr Hilfsbereit auf englisch den Weg nach Albanien erklärte. Wir folgenten dieser Erklärung so gut wie möglich. Wir benötigten zum ersten Mal unser Toyota als Geländewagen denn Strasse kann man diesem Weg nun wirklich nicht mehr sagen. Nach kurzer Zeit sahen wir dann die ganzen 1200 Höhenmeter in Form von einer Schlucht vor uns auftauchen. Ein kleiner Weg führte den Felsen nach wieder herunter auf albanisches Terrain.

Häuser
Piste
Albanien

Wir entschlossen uns einen "geeigneteren" Grenzübergang zu suchen aber erst mal war übernachten angesagt. Es wurde ganz schön kalt und windig da oben "brrrrrr". Auch die frisch gewaschene Wäsche mussten wir zum "Übernachten" wieder von der Leine bergen. Durch den starken Wind befürchteten wir diese am anderen Morgen am Grunde der Schlucht wieder zu finden. Konsequenz: Effektive Trocknungszeit: 2 Tage im Auto während der Fahrt :o)

Am morgen besuchte und beknurrte uns kurz ein Hund welcher eine Herde Kühe bewachte, danach brachen wir auf. Fast einen drittel der Strecke auf serbischen Boden mussten wir wieder zurück fahren um an der Küste einen Grenzübergang zu finden. Auch da haben wir keine Schilder entdeckt. Mit ziemlich viel Glück befanden wir uns aber rasch auf der richtigen Strasse, was wir daraus schlossen, dass uns vermehrt Autos mit albanischen Nummerschildern entgegen kamen. Die Strasse war nicht mehr geteert und auch kaum als Verbindungsstrasse zwischen zwei Länder zu erkennen.

Albanien

Rasch war auch die Einreise nach Albanien erledigt und wir fuhren anfangs noch auf Teerstrassen durch das Land. In wirklich allen Situationen wird da überholt und so einige Male dachten wir jetzt gibt es dann gleich einen Unfall. Glücklicherweise erlebten wir dies nicht.

Wir suchten uns den kürzesten Weg durch Albanien aus. Eine Pass-ähnliche Strasse führe uns von Tiranë nach Elbasan. Danach wollten wir via Gramsh - Maliq - Korçë an die Grenze zu Griechenland. Schnell wurde die Strasse schlechter und schlechter. Steinige Wege führten von Hügel zu Hügel und von Dorf zu Dorf. In einem beinahe ausgetrockneten Flussbett entschlossen wir uns zu übernachten. Kurz nach dem wir einegschlafen waren hielt bereis ein alter Mercedesbus vor unseren Auto, jemand stieg aus und rief uns energisch irgendetwas zu. Nachdem wir auf deutsch und englisch Antworteten stieg er wieder ein und fuhr weiter.

Neuer Tag neues Glück! Bereits um sechs Uhr stehen wir auf. Als wir die Wäsche in unseren Wäscheeimer werfen wollten stellte ich fest, dass wir bereits wieder einen Deckel verloren hatten. Für diesen Materialverlust muss ich einstehen. Der nächste wird an der Tonne mittels Seil festgebunden!!! Nach dem ersten Unglück kam dann auch das Glück. Wir hatten von Minute zu Minute mehr spass an der Strasse. Ein einspuriger Weg übersäht mit Steinen und Löchern führte durch ein schmales Tal am Fluss entlang.

Strasse
Tal

Wir fanden sagenhafte Natur und albanische Bauern abgeschnitten vom Einfluss der Städte. Strom ist hier nicht zu finden. Das Leben dazu da um sich das überleben zu sichern. Zur Hilfe hatten sie Esel, selten mal ein Pferd.

Nach mehreren Stunden unterwegs im Gelände erreichten wir dann unser zwischenziel Korçë. Danach fanden wir wieder Teerstrassen vor und kamen sehr rasch vorwärts. Schnell standen wir vor dem griechischen Grenzübergang.

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