Malaysia 2 - Der Norden

Autor: Roman

Einleitung

Kaum war Philipp weg, habe ich mich mit Alexandra und Jan an einem Couchsurfing-Meeting verabredet. Alex und Jan habe ich in Indien kennen gelernt, und wir verbrachten dort einige Wochen zusammen am Strand von Agonda. Ihr Auto haben Sie in Nepal geparkt und sind fortan mit dem Rucksack unterwegs und erkunden so Südostasien.

Bei diesem gemütlichen Mittagessen unter Couchsurfern, lernte ich auch Casper und Angie kennen, zwei Girls aus Kuala Lumpur, mit welchen ich in den kommenden Tagen, oder besser gesagt Nächten, das Nachtleben von KL genoss.

Ankunft Besuch

Bald war es dann aber soweit und ich durfte mich auf weiteren Besuch aus der Heimat freuen. Matthias mein langjähriger Schul- und Arbeitsgenosse und seine Freundin Isabelle beehrten mich für ganze drei Wochen.

Sichtlich k.o. holte ich die beiden an der KL Sentral, dem Hauptbahnhof in Kuala Lumpur ab (wobei ich, Gerüchten zur Folge weit mehr auf der Fresse war) :o).

Wir quartierten uns in einem Backpacker im Chinatown ein und machten einen ersten Ausflug zu den Twintowers und ins Chinatown. Wir wollten eigentlich Gratistickets für die Skybridge, die Verbindungsbrücke der beiden Türme, ergattern, doch war uns die Schlange am Schalter eindeutig zu, sagen wir, monströs. Am Abend verabredeten wir uns mit Casper und Angie in der Skybar, nahe der Twintowers. Diese ist im 34. Stockwerk des Hotel Traders, welches zur Shangri-La-Gruppe gehört und somit für höchste Qualität eintritt, untergebracht. Die Einrichtung mit Indoor-Pool und Lounge-Möbeln war schon beeindruckend, doch die Aussicht direkt auf die Twintowers in dieser geringen Entfernung war schlicht gigantisch. Auch gigantisch waren die verlangten Preise für Speis und Trank, doch dies verdarb uns nicht die gute Laune, auch wenn bei meinen Gästen langsam der Jetleg sich bemerkbar machte.

Havana Towers
Petronas Towers
Skybar

Taman Negara

Schon am zweiten Tag brachen wir mit dem Auto auf, mit Ziel Taman Negara, dem grössten Nationlpark auf dem Festland Malaysias. Die Fahrt war wie gewohnt, für mich, nicht aber für meine neuen Gspändli. Mit vollem Tank fährt mein Baby halt nur noch mit 30 kmh die moderaten Steigungen der Autobahn in Richtung Taman Negara. Ansonsten war die Fahrt aber gemütlich, wir zogen vorbei an unendlich wirkenden Palmölplantagen, mehreren Dutzend mit Tropenholz beladenen Lastwagen und divrsen kleinen Marktständen die oft Durian verkauften. Durianstände sieht man, aber vor allem riecht man Sie. Die unter Einheimischen als Delikatesse gehandelten Früchte, stinken nämlich zum Himmel. Tja, Geschmäcker sind halt unterschiedlich.

Am frühen Abend erreichten wir den Nationalpark und wir kümmerten uns sofort um Informationen über diesen und entsprechende Hotels in deren Nähe. Die Touristeninformation war hierbei ein ziemlicher Reinfall, doch führte uns unser Reiseführer an einen wunderschönen Ort etwas ausserhalb vom Dorf. Hier konnten Matthias und Isabelle ein gemütliches Gartenbungalow mieten und ich durfte in der schönen Gartenanlage, mitten im Jungle mein Zelt aufschlagen.

Beim Essen diskutierten wir die Ausflugmöglichkeiten für den anstehenden Parkbesuch, denn Angebote gab es viele, doch wollten wir auf keinen Fall eine Standart-Pauschaltouristen-Führung. Wir entschlossen uns für einen Halbtageswalk ohne Führer und taten damit das Rechte.

Der ausgetrampelte Pfad führte uns vorbei an Urwaldriesen welche supercool mit Lianen bewachsen waren. Klein-Roman freute sich natürlich ungemein als ich mich wie Tarzan an die Lianen schwingte. Weiter begiengen wir einen Baumkronen-Weg, mit anderen Worten, verdammt enge Stahlbrücken in den Baumkronen dieser Urwaldriesen. Schön war es, doch lagen meine Nerven, dank Höhenangst, wieder ein mal blank, was meine zwei Gspändli ordentlich freute.

Weiter im Jungle wurde der Weg steiler und enger, bis dieser zum Fluss führte. Dieser war zwar braun, doch baden gingen wir trotz dem. Etwas Flussaufwärts tat uns ein lustiges Bild auf, denn dort badete eine Gruppe Mädchen, natürlich verschleiert. Der Kontrast von der braunen Suppe und den weissen Schleiern war einmalig.

Schlafplatz
Aussicht
Schleiereulen

Cherating Beach

Natürlich wollten Isabelle und Matthias nun endlich Ihre schneeweissen Körper etwas bräunen, und so fuhren wir weiter zum Cherating Beach. Und schaue da, Kari und Ulla haben es noch immer nicht weg vom süssen Strandleben geschafft. Etwas später tauchte auch noch Markus am Strand auf. Mit Markus haben wir ja schon in Melaka gecampt und wir freuten uns auf die gemeinsamen Tage am Strand.

Für Isabelle waren diese Tage leider schnell gezählt, denn als Matthias und Ich uns eine Massage gönnten, sonnte sich Isabelle etwas zu lange und trug einen bösen Sonnenbrand davon. Dieser verunmöglichte es das Bungalow während Sonnenschein für die nächsten zwei Tage zu verlassen. Sehr schlimme Sache, ein Sonnenbrand in diesem Ausmass!

Ich genoss trotzdem den Strand und das Meer, sowie die Geselligkeit mit den anderen Overlandern. Zudem stand am 05. Juli 2009 ein besonderer Abend vor uns: Wimbeldon-Finale mit Roger Federer. Wir organisierten im benachbarten Restaurant einen Fernseher und bejubelten den Sieg Roger Federers frenetisch.

Café Frappé
Autsch...
Roger Federer Fanclub

Perhentian Island

Zur gleichen Zeit wie Ulla und Kari verliessen wir Cherating Beach in Richtung Norden. Ziel von uns beiden waren die paradisischen Perhentian Inseln, wobei wir noch einen Stop auf einer dazwischenliegenden Insel, genannt Pulau Kapas machen wollten. Auf Pulau Kapas wollte ich ein Wrack vom zweiten Weltkrieg betauchen. Am Fährsteg wurde uns dann noch mitgeteilt dass dieses aber aus Zeitgründen nicht mehr angefahren wird?! So entschieden wir uns noch bis zur Ablegestelle für die Perhentian Inseln weiter zu fahren, wo wir natürlich wieder auf Ulla und Kari trafen. Ich parkierte den Toyota neben deren Mercedes und wir kochten auf dem Parkplatz feine Spaghetti und genossen den von engelsartigen Wolken begleitete Sonnenuntergang.

Morgens um halb acht!? wurden wir, natürlich ohne Knoppers, zum Schiffssteg geleitet und bestiegen den bereites wartenden Kahn, auf welchem rund 16 Personen Platz fanden. Die Überfahrt dauerte einige Zeit doch entschädigte der erste Blick auf dieses Inselparadies, beim Anlaufen des ersten Strandes.

Hilfe Bünzlis

Dann passierte es; eine schweizer Famile welche soeben den Urlaub auf den Inseln beendet haben, stieg auf unser Boot zu. Einzig der Name des Vaters, Fluri, ist der Redaktion bekannt. Die Frau, wir nennen Sie Hexe und die zwei Kinder, waren bereits mit den Nerven am Ende als sie zustiegen, doch als Sie erfuhren dass wir und andere Gäste an verschiedenen anderen Stränden noch abgeliefert werden lief der Hexen-Tourenzähler endgültig in den roten Bereich. Es galt schliesslich einen Bus zu erreichen, dann das Flugzeug in die Schweiz und später zu Hause die Arbeit und das Turnerchränzli etc.! Ich verdrehte zu diesem Zeitpunkt bereits die Augen, doch meine Mitreisenden nahmen es locker und freuten sich weiter auf die schöne Insel.

Als endlich unser Strand und Ausstiegpunkt erreicht wurde, teilte man uns mit dass der Steg nicht angefahren werden kann und wir in ein Taxiboot umsteigen müssen. Dieses kostet natürlich extra und ist eine gängige Taktik Touristen abzuzocken, denn wir buchten klar bis an den Strand und die Bedingungen für die Anfahrt an den Steg war klar gegeben. Egal, wir entschieden uns dann für die Rückkehr an den ersten Strand, denn wir lassen uns ja nicht abzocken. Achtung: Die Rechnung haben wir nicht mit Hexe und Fluri gemacht: Aufgestanden ist Sie, mit pochender Halsschlagader und erhobener Stimme fauchte Sie unser Rentnerpaar Ulla und Kari an und entledigte sich mancher Kraftausdrücke gegen meine Seite, wo ich doch zu diesem Zeitpunkt noch gar nichts gesagt habe. Dann aber schaltete auch ich auf ROT und erntete eine solche Breitseite von Hexe und Fluri dass wir uns entschieden das Boot nun zu verlassen. Wir waren alle ziemlich Perplex ab dieser urplötzlichen Agression und dies nach den "erholsamen" Ferien, Fluri in deiner Haut möchte ich nicht stecken.

Aber es kommt noch heftiger, denn als wir am Strand ankahmen wurden wir heftigst zur Kasse gebeten. Wir protestierten und beharrten auf unser Recht bis an den Strand gebracht zu werden. Statt einer Diskussion wurde nicht lange gefackelt, der Kassierer holte kurzerhand einen Stock und einige Kollegen und sagte: Zahlen oder Prügel! Gibt es denn so was? HIER GIBT ES EINDEUTIG ZU VIELE TOURISTEN, SONST KANN MAN SICH SO EINE BEHANDLUNG NICHT ERLAUBEN! Nun völlig Perplex vierliessen wir sofort diesen Strand und latschten quer durch den Jungle zum Coral Bay. Dort verarbeiteten wir diesen Schock bei einem ausgiebigen Frühstück.

Wir verbrachten insgesamt 4 Tage auf den Inseln. Isabelle traute sich gegen Ende auch wieder ein wenig an die Sonne und ins Meer, Matthias und ich waren einige male tauchen, doch hauptsächlich genossen wir das traumhafte Inselleben. Das unheimlich klare Wasser, welches von grün über türkis bis ins tiefe blau wechselte war ein Traum. Auch kulinarisch kamen wir meist auf unsere Kosten und so reisten wir, trotz katastrophalem Beginn, versöhnt wieder zurück ans Festland. Dank heftigem Wellengang, war auch dies ein Abenteuer, denn der Einstieg ins Boot vom Steg war beinahe unmöglich dafür aber lustig.

Coral Bay
Sunset
auf zum tauchen

Penang

Nächstes Ziel unserer Reise war Penang, eine Insel welche sehr nahe an der Westküste liegt. Hierfür durchquerten wir Malaysia von Ost nach West auf einer wunderschönen Strasse. Verschiedene Vegatationswechsel taten sich uns auf und wir genossen die schöne Landschaft, wenn auch hier vereinzelt verschandet durch Palmölplantagen. Matthias, Mr. Navigator, lotste uns gekonnt an allen Highways vorbei, so dass wir uns beinahe in den Hafenlandschaften von Butterworth verirrten. Irgendwan stellte auch Mr. Luggentext fest, dass "Pinang" (geschrieben auf Strassenschildern) das von uns gesuchte "Penang" ist und wir schon seit längerem diesen angegebenen Strassenverlauf auswichen. Wir fanden schlussendlich aber die Verbindungsbrücke nach Penang = Pinang und machten uns auf den Weg nach Georgetown, der "Hauptstadt" Penangs.

Georgetown

Georgetown soll eine historische Stadt, ähnlich wie Melaka im Süden sein. Uns kam die Megacity einfach nur riesengross vor. Hochhäuser, Verkehrsstaus, Lärm und Gestank, dazwischen einige schöne Kolonialbauten, ein little India und natürlich Chinatown.

Wir suchten uns ein Hostel im Zentrum und begaben uns nach little India um inisch zu essen. Ein grandioses Thali später verirrten wir uns in einem English-Pub wo wir den Abend einläuteten. Als Isabelle ins Bett "abgeschoben" wurde, stiessen Matthias und Ich endlich auf unser Wiedersehen an. Wir haben uns nun seit 2.5 Jahren kaum gesehen da auch er auf längerer Reise war. Der Abend wurde entsprechend feucht, als Matthias begann auf chinesisch Karaoke zu singen, wussten wir das nur noch ein letzter Drink gestattet war. Long Island Ice Tea, wer Ihn kennt weiss, das war eine schlechte Idee, kein idealer Abschluss kann ich nur sagen, und so bestellten wir halt noch einen Pitcher (Krug) Bier.

Am Nachmittag um drei Uhr erwachte ich aus meinem Koma und wir konnten den Rest des Tages die Sehenswürdigkeiten abklapern.

Durian Stand
Georgetown
Georgetown

Penang Island

Wir umfuhren die Insel einmal komplett, wobei wir an einem Fischer-Strand, den von Matthias und Isabelle mitgebrachten Salsitz mit Brot vertilgten und den einheimischen Fischern bei deren Arbeit zu sahen. Wir besuchten eine Farm von tropischen Früchten, ein Reinfall bis auf die Wassermelone mit gelbem Fruchtfleisch. Der anschliessen besuchte Schmetterlingpark war dann aber wieder fantastisch. Die verschiedenen Arten, welche sich frei im Gehege zwischen den Besuchern bewegen konnten, übertrumpften sich gegenseitig in Ihrer Schönheit. Auch sahen wir verschieden Käfer und Insekten, welche von Blättern oder Zweigen nicht zu unterscheiden waren sowie fleischfressende Pflanzen und vieles mehr.

Mittagessen mit Salami
Schmetterlingpark
Pipi Langstrumpf

Als Nachtquartier für die nächsten Tage suchten wir uns den Strand Batu Ferengi, was übersetzt "Ausländer Fels" bedeutet und entsprechend überfüllt war. Riesige Hotelkomplexe stehlen sich gegenseitig den Strand und so war es schwierig eine Bleibe zu finden. Matthias schaffte das fast unmöglich geglaubte, er fand ein Beachbungalow plus einen Parkplatz für den Toyota und mein Zelt! Grosser Meister Matthias, deine Navigationskünste sind Dir verziehen :o). Wir genossen den Strand und das ziemlich trübe Meer und insbesondere die netten Hosteleigentümer mit den herzigen Katzenbabys.

Kurz darauf aber, hiess es wieder Abschied nehmen, denn die Wege von Matthias, Isabelle und mir trennten sich. Ich fuhr weiter nach Norden nach Thailand und meine Besucher machten sich auf den Weg zurück nach Kuala Lumpur und später in die Schweiz. Herzlichen Dank für den Besuch! Es war eine geniale Zeit.

Nachtquartier
...cooool...
bye bye

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