INDIEN 3 - Goa bis Trivandrum die 2te

Autor: Roman

Route

- Goa

- Kannur

- Fort Kochi

- Alleppey

- Thekkady

- Varkala

- Trivandrum

Das ganze noch ein mal

Kommt euch die Route bekannt vor? Genau, sieht beinahe genau so aus wie beim letzten Bericht. Grund hierfür ist dass ich wieder ein mal Besuch aus der Schweiz empfangen durfte. Scarlett eine ex-Arbeitsgenossin von PZM AG kam mich drei Wochen hier in Indien besuchen. :) Da ich die Strecke mit meinen Familienangehörigen ziemlich zügig besucht habe, entschieden wir uns die Highlights noch mals zu sichten und zu erweitern. Ich erzähl nun die schon beschriebenen Orte nicht noch mals, sondern ziehe einige Highlights aus diesen drei Wochen und beschreibe diese entsprechend.

Goa

Gestartet sind wir wieder in Goa und zwar am Patnem-Beach im Süden von Agonda, wobei wir dann ziemlich zügig wieder nach Agonda wechselten. Dort genossen wir einige Tage Ruhe und machten erste Fortschritte in der Veränderung der Hautfarbe. (Dieser Satz ist natürlich meinem Gast gewidmet ... weiss, weisser, ihr wisst schon ;)

Maus-Nachtrag:

Unglaublich aber Wahr, ein Tag bevor Scarlett ankahm, vernahm ich aus der Küchenschublade einen eindeutigen Geruch. Die Abdeckung geöffnet huschte etwas in der Schublade umher. Ich reagierte sofort und zog die 1.5m Schublade aus dem Wagen und schmiss diese auf den Boden. Dort entdeckte ich tatsächlich den kleinen Nager wie er um meine Pfannen kurvte. Ich war richtig froh dass ich, mit meinen Mäusefallen, dem niedlichen Ding nicht den Kopf abgeschlagen habe. Sanft entliess ich Pinky, so nenne ich den kleinen, in die Freiheit. Zwei Sekunden später realisierte ich dass ich Pinky wohl eher in die Todeszelle steckte. Denn nach zwei Metern "Freiheit" segelten drei Schatten über mich hinweg und meine Hauskrähen zerfetzten den armen Pinky. Wie war das? Fressen oder gefressen werden :o)

Sunset Agonda-Cliff
Sunset Agonda-Beach
Pinky

Thekkady

Thekkady liegt im Periyar Wildlife Sanctuary ist auf ca. 1400 m.ü.M angesiedelt. Wieder führte uns der Weg ins Landesinnere über die wunderschönen Western Ghats, wobei die Gegend um Thekkady vorwiegend mit Teeplantagen übersäht sind. Jeder Hügel wirkt durch das wie ein gigantisches Mosaikgebilde. Das satte Grün verschlägt einem den Atem, überall sahen wir vorwiegend Frauen bei der Tee-Ernte. Eine wahrlich traumhafte Gegend.

Tee-Mosaik
Tee-Mosaik
Thekkady

Wir kamen jedoch an diesen Ort um dem Wildlife-Sanctuary einen Besuch abzustatten. Sichtlich enttäuscht waren wir, als wir erfuhren dass unsere Wunschsafari ausgebucht war. Trotzdem verbrachten wir einen gemütlichen Thali-Abend in dem netten Dörfchen. Am kommenden Tag wollten wir dann stattdessen eine Tee-Fabrik besuchen, jedoch kam ich mit dem Auto gerade noch bis auf den Pakplatz der Fabrik. Die Fahrzeuginstrumente schalteten auf Christbaum-Modus und so ziemlich alles leuchtete, zudem verlor ich sämtliche hydraulische Unterstützung (Servolenkung und Bremsen). Das Problem hatte ich zügig lokalisiert, denn die Kraftübertragung vom Motor auf sämtliche Hilfsantriebe (Lichtmaschine / Kompressor / Hydraulikpumpe / Kühlungsventilator) war unterbrochen. Die Pullis der Keilriemenantriebe drehten sich nicht mehr. Ich hatte Glück im Unglück und dann wieder Unglück. Glücklich war ich über die diversen Auto-Workshops direkt unter der Fabrik, Unglücklich war ich über den Bastler-Mechaniker der sich nach langem Suchen bereit erklährt hat zu helfen. Sein Lösungsvorschlag beinhaltete das stärkere Anziehen der Haltungsmutter mittels Hammer und Schraubenzieher. Bravo Bravo. Diese Lösung hielt genau 6 km.

Tee - Fabrik

Dazwischen jedoch besuchten wir die Teefabrik, in welcher Schwarztee hergestellt wird. Wusstet Ihr dass Schwarz- und Grüntee aus der gleichen Sorte Blätter hergestellt wird? Lediglich die Trocknungsart ist verschieden.

In diesem Werk werden zuerst die grünen Blätter über einen Luftkanal von Warmluft getrocknet, anschliessend werden die Blätter zum ersten mal zerstückelt und sortiert. Weiter werden diese mittels Holzbefeuerter-Heissluft getrocknet und weiter zu der Sortiermaschine gefördert. In dieser werden diverse Sortierstufen durchlaufen, welche einerseits den Abfall ausscheiden, anderseits die 16 verschiedenen Schwarzteesorten gewonnen werden. 16 verschiedene Sorten aus einem Blatt, wir waren beeindruckt!

Teefabrik
frische Blätter
Sortiermaschine

Kilometer 6

Im vorhergehenden Absatz bin ich bei Kilometer 6 stehen geblieben, hier die Fortsetzung: Leider gab es keine Fortsetzung, ich blieb wieder liegen mit dem gleichen Problem. Vergeblich versuchte ich die Mutter erneut an zu ziehen, jedoch wurde dies verumöglicht, denn mein Kollege von Workshop Nr. 1 hatte die Mutter verschlissen. So mussten wir uns wieder zurück zur Teefabrik schleppen lassen und suchten erneut einen Auto-Workshop auf. Die Herren dort machten Ihr Handwerk gut und ersetzten bis späht in die Nacht die Hauptmutter sowie den Haltungsstift welcher das eigentliche Problem war. Guter Dinge unternahm der Chefmechaniker die Testfahrt um halb Eins in der Nacht inkl. Scarlett an Bord. Er kam zurück und alles wirkte gut, bis, bis dieser Volltrottel mit voller Wucht, drei Meter von mir entfernt in ein parkendes Auto knallte. Ihr hättet mein und Scarletts Gesicht sehen sollen!!! UNGLAUBLICH, er rammte mit der Beifahrerseite die Ersatzradaufhängung eines seiner Kundenfahrzeuge und zerstörte meine Blinker-/Standlichteinheit plus Beule und Loch im Kotflügel. Ich war dermassen sauer dass ich in den Wagen stieg, den Herren freundlich auf seine Rechte aufmerksam machte und erklährte dass er sich hiermit um sein Gehalt gebracht hatte. Ich bezahlte die neue Mutter, welche vom Nachbarsgeschäft in Nachtarbeit hergestellt wurde und fuhr ins nächste Hotel. Ich hoffe nun dass ich die entsprechenden Ersatzteile in der Schweiz bekommen werde, damit ich das Loch in meiner Beifahrerseite baldmöglichst schliessen kann.

Viel ärgerlicher ist nun aber, dass durch den Crash meine Batterieladungssystem gestört wurde. Ich sitze nun seit zwei Tagen in Trivandrum in einer Toyota-Garage fest. Schlafen konnte ich im Mechanikerhaus wo 21 von Ihnen wohnen. War ganz lustig und das Frühsück wurde reichlich serviert. Scarlett ist mitlerweilen wieder zurück in der Schweiz und wurde vom erneuten Garagen-Fiasko zum Glück verschont. Mitlerweilen wurde das Batterieproblem und einige weitere Arbeiten von der überaus professionellen Garage behoben. An der Lichtmaschine waren die Kohlebürsten abgenutzt und durch den Crash wurde der Kontakt dann vollends unterbrochen. Und wisst Ihr was? Gewaschen wurde mein Auto auch noch, das letzte mal war in Dushanbe der Hauptstadt von Tadjikistan und liegt somit schon einige Monate zurück :o)


in der Garage
Hausmannschaft
mein Team :o)

- Link zu den Fotos Indien - Goa bis Trivandrum zum 2ten